So funktioniert die Kostenbeteiligung
Die Franchise ist der Betrag, den Sie pro Kalenderjahr selbst übernehmen, bevor Ihre Kasse zahlt. Erwachsene wählen zwischen der ordentlichen Franchise von CHF 300 und den Wahlfranchisen 500, 1000, 1500, 2000 und 2500. Kinder haben keine ordentliche Franchise (CHF 0); wählbar sind Stufen bis CHF 600.
Ist die Franchise ausgeschöpft, zahlen Sie zusätzlich 10 Prozent Selbstbehalt, höchstens CHF 700 pro Jahr (Kinder: CHF 350). Im Spital kommt für Erwachsene ein Beitrag von CHF 15 pro Tag hinzu. Das Maximum an Kostenbeteiligung liegt damit bei CHF 1000 pro Jahr mit Franchise 300 — und bei CHF 3200 mit Franchise 2500 (jeweils ohne Spitalbeitrag).
Wichtig: Die Franchise ändert nichts an den Leistungen. Sie verschiebt nur, wer wie viel bezahlt — tiefe Franchise heisst höhere Prämie und wenig Eigenrisiko, hohe Franchise heisst tiefere Prämie und mehr Eigenrisiko.
Die Rechnung hinter «300 oder 2500»
Zwischen den Franchisen 300 und 2500 liegen CHF 2200 zusätzliches Eigenrisiko. Der Prämienrabatt dafür ist gesetzlich begrenzt: Er darf höchstens 70 Prozent des zusätzlich übernommenen Risikos betragen — bei der Franchise 2500 also maximal CHF 1540 Ersparnis pro Jahr.
Daraus folgen zwei klare Fälle: Wer regelmässig hohe Behandlungskosten hat, fährt mit CHF 300 praktisch immer besser, denn selbst der maximale Rabatt gleicht die CHF 2200 Mehrbelastung nie vollständig aus. Wer dagegen kaum medizinische Kosten verursacht, spart mit CHF 2500 Jahr für Jahr die volle Prämiendifferenz.
Die mittleren Franchisen lohnen sich rechnerisch nur in einem schmalen Kostenband — meist läuft der Entscheid tatsächlich auf 300 oder 2500 hinaus. Rechnen Sie konkret: Jahresprämie mit Franchise 300 minus Jahresprämie mit Franchise 2500 ergibt Ihre mögliche Ersparnis. Diese stellen Sie den Gesundheitskosten gegenüber, die Sie realistisch erwarten.
Faustregeln für typische Situationen
Als Orientierung für den Entscheid im Herbst:
- Selten beim Arzt, keine Dauermedikamente, finanzielles Polster vorhanden: Franchise 2500 ist meist die günstigste Wahl.
- Chronische Erkrankung, regelmässige Therapien oder eine bereits geplante Behandlung: Franchise 300.
- Wenig Reserven: Wählen Sie 2500 nur, wenn Sie im schlechtesten Fall CHF 3200 in einem Jahr tragen könnten — sonst ist die tiefe Franchise die sichere Wahl.
- Schwangerschaft geplant: Ab der 13. Schwangerschaftswoche bis 8 Wochen nach der Geburt entfällt die Kostenbeteiligung. Kosten davor und nicht schwangerschaftsbezogene Behandlungen zählen aber normal — für das Geburtsjahr kann sich eine tiefe Franchise deshalb trotzdem lohnen.
- Kinder: eigene Franchise von 0 bis 600. Da Kinderprämien deutlich tiefer sind, ist auch das Sparpotenzial einer höheren Franchise entsprechend klein.
- In jedem Fall: Reichen Sie alle Rechnungen ein, auch unter der Franchise — nur so wird Ihr Franchisen-Stand korrekt geführt und die Jahresabrechnung stimmt.
Fristen und Termine für 2027
Franchise und Modell passen Sie bei der eigenen Kasse jeweils per 1. Januar an — ein Kassenwechsel ist dafür nicht nötig. Eine tiefere Franchise müssen Sie der Kasse bis Ende November melden; eine höhere Franchise akzeptieren die meisten Kassen bis Ende Dezember.
Wollen Sie gleichzeitig die Kasse wechseln, muss die Kündigung bis Ende November bei der bisherigen Kasse eintreffen (empfohlen: eingeschrieben). Wer das Standardmodell mit Franchise 300 hat, kann zusätzlich per 1. Juli mit drei Monaten Frist kündigen. Beim unterjährigen Wechsel rechnet die neue Kasse die im selben Kalenderjahr bereits in Rechnung gestellte Franchise und den Selbstbehalt an (KVV Art. 103 Abs. 4) — bewahren Sie die Kostenbeteiligungs-Abrechnung als Nachweis auf.
Zum Zeitplan: Aktuell gelten die Prämien 2026. Die Prämien 2027 publiziert das BAG Ende September/Anfang Oktober — erst dann lässt sich die Ersparnis für das neue Jahr exakt berechnen. Im easyall-Rechner können Sie dieselbe Kasse mit verschiedenen Franchisen und Modellen direkt durchrechnen; sobald die 2027er-Prämien vorliegen, rechnet der Vergleich damit.
Checkliste: in fünf Schritten zum Entscheid
So gehen Sie den Herbst strukturiert an:
Bei Detailfragen zu Ihrer Situation hilft der easyall-Assistent direkt im Vergleich — und wer beim Herbst-Check auch die Zusatzversicherungen überprüft, erhält bei einem Abschluss über easyall zusätzlich Cashback (auf die Grundversicherung gibt es keinen).
- Kostenbeteiligungs-Abrechnungen der letzten zwei bis drei Jahre anschauen: Wie hoch waren Ihre Behandlungskosten wirklich?
- Absehbares für 2027 einplanen: geplante Eingriffe, Dauermedikamente, Familienzuwachs.
- Liquiditätscheck: Wären CHF 3200 im schlechtesten Fall tragbar? Wenn nein: tiefe Franchise.
- Ab Anfang Oktober mit den Prämien 2027 konkret rechnen: Prämiendifferenz 300 vs. 2500 den erwarteten Kosten gegenüberstellen — und dabei auch Modell (Hausarzt, HMO, Telmed) und Kasse vergleichen, denn die Leistungen der Grundversicherung sind überall identisch.
- Termine notieren: Meldung der tieferen Franchise und Kündigung der bisherigen Kasse bis Ende November; nur die höhere Franchise geht bei den meisten Kassen bis Ende Dezember.
Domande frequenti
- Kann ich die Franchise ändern, ohne die Kasse zu wechseln?
- Ja, jeweils per 1. Januar bei Ihrer bisherigen Kasse: Eine tiefere Franchise melden Sie bis Ende November, eine höhere akzeptieren die meisten Kassen bis Ende Dezember.
- Verliere ich die bereits bezahlte Franchise, wenn ich mitten im Jahr die Kasse wechsle?
- Nein. Die neue Kasse rechnet die im selben Kalenderjahr bereits in Rechnung gestellte Franchise und den Selbstbehalt an (KVV Art. 103 Abs. 4). Bewahren Sie die Abrechnung der bisherigen Kasse als Nachweis auf.
- Welche Franchise ist für Kinder sinnvoll?
- Kinder haben eine eigene Franchise von CHF 0 bis 600 und einen Selbstbehalt von höchstens CHF 350 pro Jahr. Da die Kinderprämien deutlich tiefer sind, ist das Sparpotenzial einer höheren Franchise klein — bei häufigen Arztbesuchen ist eine tiefe Franchise naheliegend.
- Lohnt sich eine mittlere Franchise (500 bis 2000)?
- Nur in einem schmalen Kostenband. Meist läuft der Entscheid auf 300 (regelmässige Kosten) oder 2500 (kaum Kosten) hinaus — rechnen Sie Ihre konkrete Prämiendifferenz mit den aktuellen Prämien durch.
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